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Teichfilterbau

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Einleitung

Gewöhnlich kostet ein anständiger Teichfilter im Fachgeschäft min. 200€. Und was ist an solch einem Teil dran? Nicht viel, außer vielleicht ein Behälter mit Zu- und Ableitung sowie diversen Filtermaterialien. Das brachte mich auf die Idee, einen Filter selber zu bauen. Die zu verwendenen Materialien sollten dabei im Haushalt zur Verfügung stehen oder mit geringem finanziellen Aufwand hinzugekauft werden können.

Eines im Vorraus: Mein Filter hat alles in allem etwa 15€ gekostet. Er hat es geschafft, unseren sehr trüben Teich innerhalb einer Woche komplett zu klären, sowie ihn dauerhaft klar zu halten.

Verschiedene Filterkonzepte

  • Druckfilter
  • Rieselfilter
  • Filter mit Speisung von unten und Überlauf

Die Teichpumpe

Soweit mir bekannt ist, sollte eine Teichpumpe mindestens den halben Teichinhalt an Wasser fördern können. Ich verwende eine Oase Nautilus 3000, die 3000 Liter pro Stunde fördert, für einen ca. 4m³ Teich. Kleinere No-Name-Pumpen, die es als Sonderangebot in Baumärkten gibt, sind meines Erachtens aufgrund der geringen Leistung nicht sehr nützlich.

Entscheidung für ein Konzept

Ich habe mich dafür entschieden ein Filterkonzept zu nehmen, bei dem das Wasser wie in einem Aquarienfilter unten eingespeist wird und durch den Druck der Pumpe das gesamte Filtermaterial passieren muss, bevor es durch den großen Überlauf abfließt. Dabei war mir wichtig, dass der Auslauf einen kleinen Bach speisen sollte. Außerdem wollte ich die Dichtungsprobleme eines Druckfilters vermeiden.

Stückliste

Hier die Teile, die ich für den Bau meines Filters benötigt habe:

  • 1* Eimer mit Deckel (25Liter)
  • 1* runder kleinerer Pflanztopf (Durchmesser: 30cm)
  • 1* Fallrohr (Durchmesser: 6cm, Länge: 20cm)
  • 1* Aquariensilikon
  • 1* Regentonnen Schlauchanschluss (3/4 Zoll)
  • 2* 50*50*3cm Filtermatten
  • 1* Niederhalter (Provisorium aus einem Eisenbügel und Holzlatten)

Bauanleitung

1. Schritt:

Etwa 15 cm über dem Boden des Eimers ein kleines Loch für den 3/4 Zoll Schlauchanschluss bohren. Nicht direkt am Boden, da sonst beim Abschalten der Pumpe der Dreck im Filter komplett zurück in den Teich gespült wird. Nicht zu hoch, da das Loch auf jeden Fall unterhalb der ersten Filtermatte liegen sollte.

2. Schritt:

Ausschneiden des Loches für den Ablauf (etwa 2cm unter der Oberkante des Eimers). Schnittkanten und Klebeflächen mit Sandpapier abschmirgeln und das Fallrohr mit Aquariensilikon einkleben.

3. Schritt:

Die Filtermatten kreisrund zurechtschneiden, dabei darauf achten, dass sich der Eimer nach unten hin verjüngt. Die Matten sollten so bündig wie möglich am Eimerrand anliegen, da sich sonst zu schnell das Wasser an ihnen vorbeidrückt.

Weitere Teichvorbereitungen

In den meisten Fällen ist es so, dass durch das erstmalige Einschalten eines Teichfilters die Probleme der Wassertrübung nicht direkt verschwinden. Das liegt u.a. auch an vielen biologischen Faktoren, wie z.B. dem Nährstoffangebot im Wasser, oder auch dem Fischbesatz sowie dem Standort des Teiches. Unser Teich liegt voll in der Sonne, hat aber keinen Überbesatz. Trotzdem sammelte sich am Boden eine dicke Schlickschicht, die die Wasserchemie aus dem Gleichgewicht gebracht hatte. Ich kann nur empfehlen, dass man vor dem Einschalten des Filters eine gewissen Grundlage schafft, die es dem Filter ermöglicht, das Wasser auf einem angemessenen Standart zu halten. Wir hatten eine Reinigung und einen Wasserwechsel im Herbst vorgenommen, doch bis zum Frühling war die Mulmschicht wieder sehr dick. Das Wasser schlug in den ersten Tagen um und trübte sich sehr schnell. Wir entfernten den Mulm so gut es ging und der Filter macht seinen Job.

Reinigung des Filters

Am Anfang haben wir den Filter, der im übrigen sehr effizient arbeitet, natürlich häufiger reinigen müssen (der Dreck muss ja erstmal aus dem Teich raus). Also haben wir alle 2-3 Tage die Filtermaterialien sowie den Vorfilter der Pumpe komplett gereinigt. Eigentlich immer dann, wenn der Durchsatz der Pumpe rapide abnahm. Nachdem das Wasser einmal gereinigt war, sind die Reinigungsintervalle länger geworden. Zur Zeit reinige ich den Filter ca. jede Woche einmal.

Die Reinigung an sich ist schnell erledigt: Pumpe abstellen, Filterschwämme mit Gartenschlauch reinigen, Behälter ausspülen, Pumpenkorb von Verstopfungen befreien, fertig.

Eventuelle Probleme

Schnelle Verstopfung des Pumpenvorfilters:

Einer allzu schnellen Verstopfung kann man entgegenwirken, indem man die Pumpe samt Vorfilterkorb in einen Pflanzkorb mit groben Kies steckt. Dadurch wird der Durchsatz der Pumpe zwar geringer, aber der Kies ist ein effektiver Vorfilter der allerdings auch ab und zu gereinigt werden muss, was dann mehr Aufwand bedeutet.

In Marcel's Teich hat ein solcher Kiesvorfilter wahre Wunder bewirkt: Die Reinigungsintervalle konnten teilweise verdreifacht werden. Der Kies filtert den groben Schmutz heraus, bevor dieser durch die Pumpe in den eigentlichen Filter gelangt. Vorallem wird so das schnelle Zusetzen das Pumpenkorbs verhindert.
Dieser war vorher immer am schnellsten verstopft (lange vor dem Filter) und musste zur Reinung samt Pumpe aus dem Wasser geholt werden.
Mit dem Kiesvorfilter haben Pumpe und Filter gleichlange Reinigungsintervalle.
Der Kies muss beim Reinigen ein paar Mal ausgewaschen oder durch neuen ersetzt werden.

Überlaufen des Filters aufgrund dichter Filtermaterialen:

Man muss immer darauf achten, dass der Filterbehälter nicht zu dicht befüllt ist. Es kann ohne weiteres passieren, dass man zu "übermütig" wird und den Filter von vorne herein zu dicht und zu hoch befüllt. Dadurch kann es passieren, dass sich die Filtermaterialien nach kurzer Zeit zusetzen und sich das Wasser neue Wege sucht. Es kann z.B. wie aus der Wasserpistole in dünnen Strahlen gegen den Deckel schießen und dann aus dem Filter auslaufen. In der Einlaufphase empfehle ich daher, die Filtermaterialen immer zu beobachten und ggf. den Filter mit weniger Material zu bestücken. Außerdem sollte man ab und zu mal ein Auge auf den Filter werfen, ob es irgendwo undichte Stellen gibt. Mir ist es selbst 2-3 Mal passiert, dass Wasser überlief. Dies hatte allerdings nur eine Senkung des Wasserspiegels von ca. 1cm zur Folge, da ich oft genug nach dem Rechten geschaut habe. Mittlerweile brauche ich mir weniger Gedanken zu machen, da der Filter seit 3 Monaten tadellos läuft.

Mein Fazit

Ich bin mit meinem Filter in seinem jetzigen Zustand vollkommen zufrieden. Die Aufgabe, das Wasser zu klären, bewältigt er bravorös. Den teilweise größeren Reinigungsaufwand nehme ich gerne in Kauf, da ich mir denke: Je mehr Dreck das Wasser verlässt, desto besser.


Letzte Änderung: 03.06.09
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