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Krebshäutung

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Als ich nachmittags ins Becken schaute, war ich erst geschockt: Mein galizischer Sumpfkrebs lag zusammengerollt auf der Seite! Nach dem ersten Schreck stellte ich jedoch schnell fest, dass er mitten in der Häutung war.

Ein Krebs muss sich häuten, wenn er größer wird. Dabei streift er den alten Panzer komplett ab. Dieser Vorgang ist für einen Krebs sehr gefährlich, da es nicht nur eine große körperliche Anstrengung ist, er ist seinen Feinden auch schutzlos ausgeliefert.
Bis jetzt hat sich mein galizischer Sumpfkrebs immer über Nacht gehäutet, so dass ich am morgen nur die leere Exuvie (den abgeworfenen alten Panzer) im Becken fand.
Dieses Mal hatte ich jedoch genügend Zeit, das ganze Schauspiel auf Foto und Video festzuhalten.

Neuer und alter Arm

Die neuen Scheren (dunkel) sind bereits fast zur Hälfte aus den alten (gelb) herrausgezogen. Das ist möglich, da der gesamte neue Panzer noch sehr weich und flexibel ist.
Nach der Häutung braucht er ein paar Tage zum Aushärten. Aufgrund des weichen Körpers wird der Krebs deswegen auch Butterkrebs genannt.

Da die Exuvie weitestgehend ihre Form behält, sieht es während der Häutung teilweise so aus, als seien zwei Krebse ineinander verwachsen.

Durch Aufbäumen und Zucken versucht der Krebs seinen Körper aus dem alten Panzer zu befreien. Dazu zieht er sich zusammen, um sich dann ruckartig wieder zu strecken.
Teilweise hüpft er so regelrecht durchs Becken. Die große körperliche Anstrengung einer Häutung ist hier am deutlichsten nachvollziehbar. Die meiste Zeit liegt er daher ruhig da, um neue Kraft zu tanken.

Nach zwei Tagen war der Krebs noch immer nicht fertig. Es hatte sich im Vergleich zu den beiden vorhergehenden Tagen praktisch nichts geändert.
Wie schon erwähnt, hatte er sich vorher immer über Nacht gehäutet, also innerhalb von Stunden. Zwei Tage erschienen mir hier sehr merkwürdig.
Im Internet las ich, dass andere Krebsbesitzer ihren Tieren bei Häutungsproblemen manuell geholfen haben.
Vorsichtig hob ich den Krebs aus dem Becken und legte ihn in eine wassergefüllte Schüssel.
Hierbei muss man sehr behutsam sein, da ein Butterkrebs seinem Namen alle Ehre macht.
Der neue Panzer fühlt sich wie ein Marshmallow an, weich und sehr leicht verformbar.
Um ihn nicht zu verletzen, griff ich mit der ganzen Hand unter den Krebs. Nur mit zwei, drei Fingern hätte ich ihn wahrscheinlich zerdrückt, da er doch recht schwer war.
Nun wollte ich ihn aus den alten Scheren befreien.
Auch hier musste ich sehr vorsichtig vorgehen. Mit sehr sanfter Gewalt rutschten die neuen Scheren aber relativ schnell raus.
Das gleiche wiederholte ich bei zwei Beinen, aus denen sich der Galizier ebenfalls schon relativ weit befreit hatte. Mehr konnte und wollte ich nicht machen.

In den darauffolgenden Tagen veränderte sich wenig. Zwar bäumte er sich ab und zu noch mal auf, mit der Zeit wurde er aber immer schwächer.
Eine Woche nach Beginn der Häutung war er tot.


Letzte Änderung: 01.12.08
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