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Giebel
Name
Giebel (Carassius gibelio)
Synonyme
Silberkarausche, Prussian Carp (engl.)
Vorkommen
Ostasien bis Sibirien, mittlerweile auch in Europa weit verbreitet.
Größe
15 - 30cm, teilweise auch größer.
Alter
bis 30 Jahre
Becken
bei uns im 200 Liter Kaltwasserbecken von Marcel
Wasserregion
Stehende und langsamfließende Gewässer mit dichtem Planzenbestand und weichem Grund (Flüsse: Brachsenregion).
Wasser
| Temp. | pH-Wert | Härte |
|---|---|---|
| 4 - 22°C | 7 | 10-15°dGH |
Geschlechter
Schwer zu unterscheiden. Männchen zeigen einen Laichausschlag.
Futter
Kleintiere und Pflanzen, im Aquarium problemlos Flockenfutter.
Anzahl
4
Verhalten
Friedlicher Schwarmfisch, oft in großen Gruppen.
Besonderheiten
Stammform des Goldfisch:
Der Giebel ist die Wildform des Goldfisches. Aus ihm wurden in China die ersten Zuchtformen entwickelt, die zu den vielfältigen Goldfischformen führten.
Ähnlichkeit mit der Karausche:
Der Giebel hat eine sehr große Ähnlichkeit mit der Karausche. Unterscheiden lassen sich beide Arten am deutlichsten durch das Bauchfell, das beim Giebel dunkel ist. Dies lässt sich jedoch nur bei toten Fischen überprüfen, da dies ein Aufschneiden der Bauchhöhle erfordert. Es gibt jedoch auch andere Merkmale, die eine Unterscheidung ermöglichen. So ist die Rückenflosse beim Giebel länger ausgezogen und leicht eingebuchtet bzw. konkav, bei der Karausche ist sie kürzer und meistens nach außen gebogen, bzw. konvex. Des Weiteren ist der Giebel heller und silberner als die oft bronzefarbene und rundliche Karausche.
Gynogenese:
Eine Besonderheit des Giebels ist die Fähigkeit zur Gynogenese. Das bedeutet, dass die Eier der Weibchen auch ohne Befruchtung durch ein Männchen zu Jungfischen heranwachsen können. In Populationen ohne Männchen halten sich die laichbereiten Weibchen zwischen anderen laichenden Karpfenfischen auf und geben dort ihre Eier ab. Die Samen der Karpfen oder Karauschen lösen so die Entwicklung der Eier aus, befruchten diese aber nicht. Der so entstehende Nachwuchs ist ausnahmslos weiblich und völlig erbgleich mit der Mutter (Klon). Einige regionale Bestände von Giebeln bestehen daher nur aus weiblichen Tieren.
Ein einziges Weibchen kann durch Gynogenese den Bestand der Art in einem Gewässer sicherstellen.
Haltungsbericht
Sehr aktive Fische, die sich sofort in den Bestand eingefügt haben. Alle Tiere haben ihre Scheu nach sehr kurzer Zeit verloren und sind immer gut zu beobachten. Die Giebel sind ständig auf Futtersuche und gründeln sehr gerne. Dabei transportieren sie auch schonmal kleine Kiesel durch die Gegend und spucken sie woanders wieder aus, sodass diese auf Wurzeln oder Pflanzen landen. Durch das Gründeln und Durchzwängen durch dichtes Planzenwachstum bei der Futtersuche reißen sie leicht Planzen heraus. Besonders anfällig sind schwächere Pflanzen wie die Wasserpest, die schnell abknicken.
In Gegenwart der Sonnenbarsche waren sie etwas zurückhaltend und meideten deren direkte Nähe, da sie sonst verscheucht wurden. Ohne die Barsche beanschlagen sie das gesamte Becken, sowohl den freien Schwimmbereich als auch dichtes Gestrüpp.
Sie sind meist immer in einer Gruppe zusammen und kommen sofort an die Frontscheibe, wenn sie mich sehen. Dann schwimmen sie dichtgedrängt und aufgeregt hin und her, da sie etwas zu Fressen wollen. Bleibt man ruhig sitzen und ignoriert sie, lassen sie bald ab und gehen ihrem gewohnten Treiben nach. Obwohl sie sehr zutraulich sind und keinerlei Scheu zeigen, lassen sie sich nicht aus der Hand füttern oder berühren.
Die Giebel sind (neben Goldfischen) die einzigen Fische in meinem Aquarium, die man deutlich koten sehen kann. Teilweise tragen sie lange Schnüre am After hinter sich her, die mit der Zeit abbrechen. Zwar sind sie sehr verfressen, die anderen Fische bekommen beim Füttern aber auch genügend ab, ohne allerdings derartig aufzufallen.
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